Die TradingpsychologieWIN-150x150

Trading ist einfach – wenn man es kann! Und können bedeutet in diesem Geschäft profitabel zu sein. Die meisten sind es nicht. Aber woran liegt das, wenn man doch nur ein einziges gutes Setup braucht? Schlicht gesagt daran, dass dieses gute Setup eben nicht immer zum Erfolg führt! Das verursacht im menschlichen Gehirn ein Gefühl von Unsicherheit.
Das geschieht vollautomatisch und schneller als es uns bewusst wird. Der Mensch nimmt die Ereignisse erst wahr, wenn die Entscheidungen seines Handelns schon längst von ihm troffen wurden. Das sind zwar nur 230 Millisekunden, aber die reichen aus, dass wir unser Leben die ganze Zeit „nachspielen“ wie auf einer Theaterbühne. Dumm ist nur, wir merken es nicht und glauben unentwegt das wir selbst aus freien Stücken all unsere Entscheidungen treffen! Nun haben Sie die Antwort darauf, weshalb Trading so schwer ist. Doch es gibt weitere gute Gründe.
Der erfolgswillige Trader möchte natürlich dennoch ans Ziel kommen und die scheinbar simplen Probleme des Tradings lösen. Wäre doch gelacht, wenn man seiner Angst nicht widerstehen könnte. Schließlich ist das menschliche Gehirn doch vor allem eine Problemlösungsmaschine. So erfindet der Trader eine Idee nach der anderen und scheitert dennoch tagein tagaus an dem immer selben Hindernis; seinen eigenen Begrenzungen. Der Mensch kann eben nicht, was er will, sondern welche Möglichkeiten sich ihm bieten. Sonst würden wir ja alle vollkommen selbstverständlich durch die Gegend fliegen. Was, das hat ganz andere Gründe? Meinen Sie! Letztlich geht es um die gleiche Problematik. Der Mensch unterliegt beim Trading natürlichen Begrenzungen. Und wer erfolgreich, sprich profitabel auf diesem Gebiet werden möchte, der muss konsequent daran arbeiten diese Einschränkungen zu erweitern. Wie ein Landwirt, der mehr Getreide anbauen möchte, muss auch der Trader sein Land erweitern um mehr Ertrag erzielen zu können.
Je mehr sich ein Trader mit dem Thema Trading beschäftigt, desto umfangreicher wird es meist für ihn. Das fatale daran ist, dass Trading in uns die stärksten Emotionen und Bedürfnisse des menschlichen Daseins wachruft. Deshalb ist es auch so schwer sich davon zu distanzieren! Geld gewinnen oder verlieren bedeutet auch immer, dass wir uns auf- oder abgewertet fühlen. In welche Richtung es uns auch zieht, es verursacht einen starken Reiz. Das kann leicht zu einem inneren Chaos führen. Und genau an der Stelle kommt unser Motor Gehirn auf Hochtouren. Denn es ist die ganze Zeit bemüht Ordnung ins Chaos zu bringen. Das ist seine Aufgabe. Welche Konsequenzen das letztlich für unser Tradingkonto hat ist unserer Schaltzentrale vollkommen egal. Unlogisch gibt es hier nicht. Hauptsache, es tritt endlich Frieden im Gehirn ein; und Frieden heißt Sicherheit. Das sorgt nicht gerade für gute Tradingergebnisse, aber ob sie an der Börse erfolgreich sind interessiert unsere natürlichen Reflexe nicht. Unsere Hirnmechanismen sind damit beschäftigt Störfaktoren zu vermeiden. Und Angst ist der größte Störfaktor!
Wer tradet muss sich im klaren darüber sein, dass er es mit dem stärksten Gegner zutun hat, dem ein Mensch ausgeliefert sein kann – selbstaktive Reflexe. Und diese werden zumeist unbewusst ausgelöst. Denken hilft zwar, nützt aber nichts!
Wer dennoch ans Ziel kommen möchte, muss genau hier ansetzen, und sich selbst nicht im Weg stehen indem er eine Schneise nach der anderen frei räumt, im Dschungel der guten Einstiegssignale.
Erfolgreiches Trading ist vor allem Arbeit an sich selbst. Dazu muss man die „interpretier Maschine“ in seinem Kopf beherrschen lernen. Wer das schafft kommt bestimmt ans Ziel. Mit den richtigen Methoden ist der Kampf mit sich selbst zu gewinnen und letztlich erschreckend einfach.
Norman Welz (Tradingpsychologe) www.bettermind.de

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